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Aussetzung der Wehrpflicht - und jetzt?

05.04.2011

Ab dem 1. Juli 2011 soll das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Aussetzung der Wehrpflicht und damit verbunden auch des zivilen Ersatzdienstes in Kraft treten.
Dies bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt keine neuen Zivildienstleistenden mehr einberufen werden und spätestens zum 31. Dezember 2011 der letzte im Dienst befindliche Zivildienstleistende entlassen wird.

Eingeführt wird stattdessen ein 6- bis 24-monatiger Bundesfreiwilligendienst (BFD), der Frauen und Männern jeden Alters offen steht. Der BFD soll bestehende Konzepte, wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), ergänzen und die Folgen der Aussetzung des Zivildienstes zumindest teilweise kompensieren.


Zivildienst und Freiwilligendienste

Die einzelnen Verbände der Liga der Wohlfahrtspflege Stuttgart handhaben die den Zivildienst betreffenden Veränderungen unterschiedlich. Zwei Aussagen stehen dennoch stellvertretend für die gemeinsame Einschätzung der Lage:

Grundsätzlich begrüßen die Träger die Einführung des BFD. Jedoch werden die durch das Aussetzen des Zivildienstes entstehenden Lücken mithilfe der Freiwilligendienste (BFD und FSJ) nur teilweise zu schließen sein. Bereits die Kürzung der Zivildienstdauer hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass Angebote aufgegeben oder drastisch reduziert werden mussten.

Weiterhin ist davon auszugehen, dass der Zugang junger Männer zum Sozialbereich nicht mehr im derzeitigen Maße stattfinden wird.


Spezifischer Bedarf in Stuttgart

Insbesondere im Bereich der Angebote für ältere Menschen, wie beispielsweise Fahrdienste oder Begegnungsstätten, ist mit erheblichen Reduzierungen zu rechnen. Dies träfe vor allen Dingen finanziell schlechter gestellte ältere Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.


Die Ziele

Die Liga der Wohlfahrtspflege Stuttgart setzt sich für die Entwicklung eines dauerhaften kommunalen Konzeptes ein, mit dem Ziel, die Bekanntheit der Freiwilligendienste nachhaltig zu steigern sowie weitere Möglichkeiten des sozialen Engagements und seiner qualifizierten Begleitung auszubauen.

Die Träger werden versuchen ihre Angebote an Plätzen für den BFD besonders auch für (junge) Männer interessant zu gestalten. So soll sichergestellt werden, dass sich auch weiterhin junge Männer durch die Erfahrung im BFD für einen Beruf im ohnehin schon frauendomierten Sozialbereich entscheiden. 

Im Bereich der Angebote für ältere Menschen ist es notwendig, die absehbaren negativen Folgen gemeinsam mit der Stadtverwaltung zu bewerten und durch Anpassungen in der Bezuschussung zu begrenzen.

Quelle: Stellungnahme der Liga der Wohlfahrtspflege vom 24.03.2011

 


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