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Prognos -Studie zur Inititative kinderfreundliches Stuttgart

Der Förderverein kinderfreundliches Stuttgart hat vor drei Jahren beim Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos eine Langzeitstudie über die Entwicklungen Stuttgarts zur kinderfreundlichen Großstadt in Auftrag gegeben. Nach der Basismessung von 2005 wurden am 16. März 2010 die Ergebnisse der ersten Auswertungsmessung 2007 präsentiert.Die Studie untersucht anhand ausgewählter Indikatoren den Erfolg der Maßnahmen und Initiativen, die im Rahmen von "kinderfreundliches Stuttgart" eingeleitet wurden.
Untersucht wird die Entwicklung innerhalb der drei großen Handlungsfelder Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung und Bildung für alle Kinder sowie Wohnraum für Familien und Freiräume für Kinder. Innerhalb dieser Handlungsfelder werden die Maßnahmen nach verschiedenen Kriterien bewertet: die Entwicklung gegenüber 2005, den Stand der Umsetzung, die Bearbeitungsintensität, die Wahrscheinlichkeit, mit der das ursprünglich gesetzte Ziel bis 2010 erreicht wird, sowie die überregionale "Leuchtturmfunktion" von Angeboten.

Zusammenfassung der Ergebnisse:
Handlungsfeld 1: Vereinbarkeit von Familien und Beruf:
Trotz des erheblichen Ausbaus der Krippenplätze, der durchaus positiv bewertet wird, konnte die Zielsetzung von 2007 - insgesamt 1500 neue Plätze bis 2009 zu schaffen - nicht erreicht werden. Die Zielsetzung der EU bis 2010 eine Betreuungsquote von 33 % anzubieten, konnte mit derzeit 26 % nicht erfüllt werden. Mit einer aktuellen Warteliste von 3256 Kindern konnte Stuttgart den Bedarf in diesem Bereich überhaupt nicht erfüllen.
Weiteren Nachholbedarf gibt es beim Ausbau des Ganztagsangebots für 3 - bis 6 -Jährige. Hier hat sich zwar die Quote auf aktuelle 37 % erhöht -  damit wurde aber weder die 50 % - Empfehlung von Prognos erreicht, noch konnte Stuttgart hier eine Vorreiterrolle für westdeutsche Großstädte einnehmen.
Zwar wurde die Zahl der Einrichtungen mit Abendöffnung erhöht (von 11 % auf 29 %), aber der Bedarf an Abendbetreuung bis mindestens 18 Uhr wurde bislang nicht systematisch erfasst.
Ein weitere Problem ist noch immer die Betreuung von Kindern aus Umlandgemeinden, deren Eltern aufgrund ihres Arbeitsplatzes auf eine Betreuung in Stuttgart angewiesen sind. Zwar hat sich die Situation für die betroffenen Eltern durch die Neufassung des Kindertagesbetreuungsgesetzes mit seinem interkommunalen Kostenausgleich für auswärtige Kinder theoretisch entschäft, praktisch werden aber die auswärtigen Kinder in Stuttgarter Einrichtungen nachrangig aufgenommen und bei der Bezuschussung werden Gruppen mit auswärtigen Kindern benachteiligt. Auch die geringe Unterstützung der Stadt für die Alleinerziehenden, die bei der Vergabe von Ganztagsplätzen nicht verbindlich bevorzugt werden, wird negativ bewertet.

Handlungsfeld 2: Förderung und Bildung für alle Kinder
Positiv bewertet wird in der Studie die flächendeckenden Sprachstandsmessungen in den Kitas. Gestiegen sind auch die Maßnahmen zur Sprachförderung, der Anteil der Kinder, die von diesen Maßnahmen erreicht werden ist von 11 % auf 21 % gestiegen. Leider untersucht die Studie nicht die Wirkungen dieser Maßnahmen. Auch der Anteil der Kinder, die durch Sportverein erreicht werden (akteulle 60 %), die viele Ehrenamtlichen die als Vorlesepaten und Musikprojekten in Kitas oder als Theaterpaten für den Ausbau der Ganztagsangebote in Schulen aktiv sind, werden positiv gewertet.

Handlungsfeld 3: Wohnraum für Familien und Freiräume für Kinder>
Bei der Förderung von Wohnungen durch das städtische Familienbauprogramm konnte die Stadt nur wenig mehr als 50% der angepeilten 400 Wohnungen erreichen. Es gibt bislang auch keine verbindlichen Kinderverträglichkeitsprüfungen als Qualitätsstandard. In diesem Handlungsfeld gibt es sehr viel Nachholbedarf.

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