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Schulen in freier Trägerschaft
Schulen in freier Trägerschaft sind in Stuttgart und der Region ein Wachstumsmarkt. Bestehende Schulen vergrößern sich, immer mehr neue Einrichtungen kommen hinzu. So ist es kein Zufall, dass die landesweiten Proteste für eine bessere Finanzierung große Unterstützung finden.
Bundesweit besuchen 7,8 % der Schüler eine Bildungseinrichtung, die von einem freien Träger verwaltet wird. In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Privatschüler bei 8,6 %, in Stuttgart inzwischen schon bei 16 %.
Alle Schulen in freier Trägerschaft, ob konfessioneller oder weltanschaulicher Ausrichtung, müssen sich an den Bildungsplänen des Landes orientieren. Schließlich ist es in ihrem Eigeninteresse, dass die Schulabgänger die Abschlussprüfungen bestehen, die für alle Baden-Württemberger gleich sind - egal, auf welcher Schule das Kind zuvor unterrichtet wurde. Die Prüfungen finden, so denn die Schule (noch) keine staatliche Anerkennung hat, im Rahmen einer Schulfremdenprüfung an einer staatlichen Schule statt.
Für manche Schüler ist dies eine große Hürde und unter Umständen mit zusätzlichen Prüfungsvorbereitungen verbunden. Deshalb versuchen diese freien Schulen, auf anderen Gebieten Pluspunkte zu sammeln. Beispielsweise mit kleinen Klassen, in denen das Lehren und Lernen wesentlich leichter fällt als in Klassen, die bis zum Klassenteiler von 33 Schülern aufgefüllt sind.
Schulen wie die Waldorfschulen legen ihre Schwerpunkte auf den handwerklich-künstlerischen Bereich, unterrichten nach der Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiner. Ziel ist es, dass die Schüler Unterrichtsstoff ganzheitlich erfassen lernen. Die Waldschule in Degerloch hingegen orientiert sich am pädagogischen Konzept von Maria Montessori. Dabei lernen Kinder Welt und Materie mit Hilfe von Materialien kennen, die den Unterrichtsgegenstand auch sinnlich erfahrbar machen. Jedes Kind darf sich so lange mit neuem Stoff befassen, bis es ihn aus eigenem Antrieb als erledigt betrachtet.
Andere Schulen setzen ihren Schwerpunkt bei Fremdsprachen und bieten schon in der Grundschule bilingualen Unterricht mit muttersprachlichen Lehrern an. Einige haben sich darauf spezialisiert, Kinder mit Handicaps zum allgemeinbildenden Schulabschluss zu bringen usw.
Mit welchem Profil Schulen werben und mit welchen Gebühren Eltern rechnen müssen können Sie hier lesen.
Schulen in freier Trägerschaft bekommen vom Land weniger Geld als öffentliche Schulen. Teilweise haben sie jedoch den Ehregeiz die Gebühren für Eltern so gering wie möglich zu halten, denn viele Schulen in freier Trägerschaft wollen allen Schülerinnen und Schülern offen stehen und keine Schule für eine privilegierte Eltern und Schülerschaft sein. Nicht zuletzt deshalb haben es die Schulen Anfang des Jahres geschafft 20.000 Menschen für ihre Sache zu mobilisieren.
www.freie-schulen-stuttgart.de
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